Die Miscellanea - Urahn von Nature und Science

Shownotes

In der ersten Folge von 1652 dreht sich alles um ein sehr altes Buch. Weder besonders groß, noch besonders dick und in braunes Leder eingebunden wirkt es auf den ersten Blick fast ein wenig unscheinbar – ist aber von herausragender Bedeutung für die Leopoldina und für die Wissenschaft allgemein. Es handelt sich nämlich um die erste Ausgabe der ältesten naturwissenschaftlich-medizinischen Zeitschrift der Welt. Sie heißt „Miscellanea Curiosa“ und wird seit 1670 von der Leopoldina herausgegeben – sozusagen der Urahn von modernen Zeitschriften wie Nature und Science.

Dr. Danny Weber, Leiter der Abteilung Forschungsbibliothek und Wissenschaftsreflexion der Leopoldina, und Daniela Schmidt, freie Journalistin und Moderatorin, erörtern, warum die Zeitschrift ein Meilenstein im Austausch von Wissen war. In ihr angelegt sind bereits Eigenschaften, die wir bis heute sehen, wenn es ums wissenschaftliche Publizieren geht – etwa die Verwendung einer in der gesamten Gelehrtenrepublik verstandenen Sprache, die Fokussierung auf ein wissenschaftliches Spezialgebiet und die Qualitätssicherung durch eine Begutachtung der Beiträge durch Fachkolleg/innen. Doch damit nicht genug – ohne die Miscellanea würde es die Leopoldina in ihrer heutigen Form vermutlich nicht geben. Warum, das erfahren Sie in dieser Folge.

Danny Weber stellt die Miscellanea im Video vor: https://www.youtube.com/shorts/_yODsgjBQM8

Die Miscellanea ist auch digital zugänglich: https://leopoldina.projekte.thulb.uni-jena.de/start

Zum neuen wissenschaftlichen Online-Journal der Leopoldina „NAL-Live“ gelangen Sie hier: www.leopoldina.org/nal-live

Sie haben Fragen oder Anregungen, oder wollen uns ein Feedback dalassen? Schreiben Sie uns gerne unter 1652@leopoldina.org

Mehr Informationen finden Sie auf unserer Website: www.leopoldina.org

Transkript anzeigen

00:00:06:

00:00:11: Der Podcast der Leopoldina.

00:00:13: Nationale

00:00:14: Akademie

00:00:14: der Wissenschaften.

00:00:19: Hallo, schön dass Sie hergefunden haben hier zu diesem Podcast.

00:00:23: Schatz das ist nämlich die allererste Folge von sechzehn-zweiundfünfzig und vielleicht sollt mir erst mal erklären worum es hier geht?

00:00:32: Und da kommt mein Gesprächspartner ins Spiel.

00:00:34: hallo Danny Weber!

00:00:35: Ja schönen guten Tag.

00:00:36: mein Name ist Danny Weber ich bin Archivar und leite die Abteilung Forschungsbibliothek und Wissenschaftsreflektion der Leopoldina

00:00:42: Und ich bin Daniela Schmidt.

00:00:43: Ich bin freie Journalistin und Moderatorin, vor allem in den Bereichen Politik- und Wissenschaftsjournalismus unterwegs.

00:00:50: Hallo!

00:00:55: So Herr Weber vielleicht klären wir am besten erst mal die Basics in drei Sätzen.

00:00:59: für alle, die das nicht wissen – was genau ist die Leopoldina?

00:01:03: In drei Sätzen ist es super sportlich, aber die Leopoldina ist die älteste Wissenschaftsakademie der Welt.

00:01:08: Also ein Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.

00:01:12: Sie wurde bereits dekuliert in den letzten Jahren, so wie es unser Titel sagt, gegründet.

00:01:21: Man könnte noch einen Unterschied machen und sagen, historisch gesehen ist sie eine gelehrten Gesellschaft.

00:01:26: Was sind so die Aufgaben einer gelehrtengesellschaft?

00:01:29: Es geht darum neue Mitglieder zu gewinnen, Symposien- und Konferenzen zu veranstalten, zu publizieren natürlich, verdiente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auszuzeichnen.

00:01:39: Das sind die klassischen Aufgaben der gelehrte Gesellschaft.

00:01:42: Mit der Ernennung zur nationalen Akademie der Wissenschaften hat sie noch zwei weitere wesentliche Aufgaben übernommen.

00:01:48: Einerseits ist es so, dass die Leopoldina heute wissenschaftsbasiert die Politik und die Gesellschaft berät.

00:01:55: Und sie pflegt die internationalen Beziehungen der deutschen Wissenschaft zum Beispiel in unterschiedlichen internationalen Wissenschaftsnetzwerken.

00:02:03: Also wir haben es hier wirklich zu tun mit der ältesten ununterbrochen existierenden naturwissenschaftlich-medizinischen Akademie der Welt.

00:02:11: Und damit komme ich auch zum Thema dieses Podcasts, denn in all diesen Jahrhunderten haben sich in der Bibliothek und im Archiv der Leopoldiner wahnsinnige Schätze angesammelt, Schätze die uns einerseits viel verraten darüber wie das damals war über Geschichte, über Wissenschaftsgeschichte und die uns andererseits aber auch ganz viel sagen über das heute.

00:02:32: Ja, Sie haben das genau richtig gesagt.

00:02:34: Also es ist faszinierend in dieser langen Geschichte – wir reden ja heute von einer Geschichte die über dreihundertsiebzig Jahre zurückreicht.

00:02:42: und da die Leopoldina eine internationale Akademie ist und dadurch also auch weltumspannende Kontakte hat über ihre Mitglieder, ist es so dass sich in der Schief- und Bibliothek ganz viele faszinerende Schriftstücke oder Artefakte angesammelt haben, die uns was über die Geschichte von Wissenschaft, also im Allgemeinen aber auch der Leopoldina im Speziellen erzählen können.

00:03:04: und das ist genau die Idee für unseren Podcast.

00:03:06: Wir wollen also immer ein Objekt in den Mittelpunkt stellen, ich gehe dann immer ins Magazin, hole was ganz Besonderes raus.

00:03:13: daran wollen wir ein Stück Wissenschaftsgeschichte und Akademie Geschichte erklären.

00:03:16: Aber wichtig ist uns genauso dass wir sagen Was bedeutet das heute für uns?

00:03:20: Also was können Besucher die zu uns kommen Heute davon mitnehmen?

00:03:25: Und so ist die Idee und vielleicht kann man mal einen Ausblick geben unterschiedlichen Objekten und Themen auseinandersetzen gegebenenfalls vielleicht doch mal ein Gast dazu einladen, den wir noch mit einbeziehen.

00:03:39: Eines der Themen zum Beispiel wird die Frage sein wie in der Geschichte der Akademie sich eigentlich Unabhängigkeit dokumentiert hat?

00:03:47: Da wird zum Fragen von Wissenschaftsfreiheit gehen.

00:03:49: da haben wir ein wunderschönes Objekt im Archiv bestand nämlich das Privileg Kaiser Leopold des ersten von sechzehnhundert sieben achtzig.

00:03:57: oder wir werden uns so wie ich das gerade schon gesagt hat einer besonderen Aufgabe von Akademien zu verwenden, nämlich der Auszeichnung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.

00:04:05: Und auch da haben wir ganz tolle Objekte an denen man das deutlich machen kann.

00:04:13: Tolle Objektewertvolle Objekten die wir uns in zehn Folgen anschauen und dann jeweils eine spannende Detektivreise in die Vergangenheit unternehmen um eben zu zeigen was das alles mit uns heute zu tun hat.

00:04:24: denn Wissenschaft findet eben nicht im abgeschotteten Elfenbeinturm statt sondern in Gesellschaften unter Menschen.

00:04:31: Und damit würde ich sagen, Herr Weber lassen Sie uns mal starten oder?

00:04:33: Also vielleicht können sie ja mal beschreiben welches Objekt haben sie sich für diese erste Folge ausgesucht.

00:04:39: Ja wenn man es kurz beschreiben will könnte man zunächst erst einmal sagen das ist ein Buch.

00:04:43: also man sieht dass es ein sehr altes Buch ist.

00:04:46: Ich kann vielleicht schon mal verraten dass er aus dem Jahr sechstenhundertsiebzig.

00:04:49: Und wenn man so eine Größenvorstellung bekommen möchte, es ist zwanzigmal siebzen Zentimeter groß und es ist vierhundertsechzig Seitendick.

00:04:58: Hat schon gewisses Gewicht?

00:04:59: Warum haben Sie dieses Objekt ausgesucht?

00:05:02: Es ist in der Tat die älteste naturwissenschaftlich-medizinische Zeitschrift der Welt, die erstmals sechzehntzig durch die Leopoldiner herausgegeben wurde um mit der ja ich würde schon sagen grundlegende zukunftsweisende Veränderung im wissenschaftlichen Publikationswesen sich verbinden lassen.

00:05:18: Also wenn man es auf die ganz kurze Formel bringen will, dann haben wir hier sowas wie den Uran der heutigen wissenschaftlichen Leitmedien.

00:05:25: Also Nature und Sciencephones

00:05:26: Das sind ja wirklich die großen Player auf dem Markt der wissenschaftliche Zeitschriften.

00:05:31: An dieser Stelle müssen wir vielleicht einmal kurz erklären warum sind wissenschaftlich Publikationen so wichtig?

00:05:37: Warum waren sie auch damals schon?

00:05:39: also welche Funktion haben die?

00:05:41: Wissenschaftliches Publizieren, das kann man schon so sagen ist einer der wesentlichen Grundpfeiler von wissenschaftlichen Arbeiten allgemein.

00:05:49: Denn dadurch werden wissenschaftliche Ergebnisse zunächst erstmal dokumentiert und dann halt verbreitet.

00:05:55: also es wird dadurch ermöglicht eine Qualitätsprüfung vorzunehmen und es darf man nie vergessen es findet natürlich auch eine Zuweisung von Urheberschaft und ja auch später von Reputationstadt.

00:06:12: Sie hören den Podcast der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina.

00:06:18: Und wir wollen hier jetzt den Weg nachzeichnen, wie es zu dieser ersten Wissenschaftszeitschrift der Welt gekommen ist und welche Trends damals gesetzt wurden die auch heute noch nachwirken und bei denen wir vielleicht gar nicht auf dem Sturm haben dass sie mit unter Hunderte Jahre einfach schon auf dem Buckel haben.

00:06:35: und dafür machen wir jetzt eine kleine Zeitreise.

00:06:37: Eine Zeitreis ins siebzehnte Jahrhundert, die Leopoldina wurde ja sechzehn-zweiundfünfzig gegründet von vier Ärzten als Akademie Naturae Curiosorum.

00:06:48: Herr Weber war das korrekt?

00:06:50: Ja

00:06:50: es war correct!

00:06:51: Gut

00:06:51: was ist das für ne Zeit in der diese Gründung der LeopOLDINA fällt?

00:06:56: Wenn man jetzt auf Deutschland konkret schaut natürlich eine sehr schwierige Zeit Anführungszeichen im sogenannten deutschen Krieg.

00:07:05: Also wir sind mitten im dreißigjährigen Krieg oder in den Nachwirkungen des Dreißigjährigen Krieges, der hatte Mitteleuropa und damit vor allen Dingen natürlich Deutschland zwischen sechzenachzend und sechznachtentviertzig massiv verwüstet.

00:07:19: Es gab einen großen Bevölkerungsverlust durch die direkten Kriegshandlungen Oder durch deren Folgen also durch die immer wieder auftretenden Seuchen.

00:07:28: Es gab einen großen Verlust an materieller Substanz in den Städten, aber natürlich auch auf dem Land.

00:07:33: Und ja was man vielleicht unbedingt noch erwähnen muss... Was so am wesentlichsten war da muss ich immer an Andreas Krüffjust drehen des Vaterlandes denken das ist die Verrohung der Sitten und dass alles stand natürlich wenn man zunächst darauf schaut also einem wissenschaftlichen Aufbruch wenn ich das mal nennen darf im heiligen römischen Reich deutsche Nation augenscheinlich entgegen.

00:07:56: Ganz

00:07:57: kurz vielleicht, Andreas Grüftius.

00:07:58: Tränen des Vaterlandes ganz berühmtes Gedicht musste ich damals auch im Deutschunterricht aus, wenn ich lerne wir sind doch nun mehr jahr mehr denn ganz verheeret wo eben genau diese furchtbaren Zerstörungen materiell wie moralisch beschrieben wurden.

00:08:09: okay

00:08:10: also das muss man sich halt wirklich immer noch mal vor vor Augen führen weil aus welcher Zeit kommen wir eigentlich?

00:08:16: in welcher zeit sprechen wir?

00:08:17: und die Zeit verbinden wir ja definitiv erst einmal nicht wie wir heute sagen würden mit einem wissenschaftlichen Ausdruck Naja, gut.

00:08:28: Und dann ist es natürlich so dass diese allseitigen Zerstörungen und der lange Krieg ich würde schon sagen eine bestimmte Rückständigkeit des deutschen Bildungssystems zementiert haben.

00:08:40: also wenn man in modernen Begriffen sprechen möchte die Elite Universitäten der damaligen Zeit die haben nicht in Deutschland gestanden sondern sie standen im Süd- und Westeuropa und durch den Krieg ist natürlich dieser Abstand dann noch größer geworden.

00:08:54: Und dabei ging es also nicht allein um die Inhalte, sondern es ging so um Statusfragen in denen die deutschen akademischen Einrichtungen ziemlich stark erstarrt waren.

00:09:03: Und auf der anderen Seite muss man einfach klar sagen Es gab in der Akademischen Jugend eine sehr große Mobilität.

00:09:10: Also wenn wir von heute aus immer schauen Meine Güte, kein Flugzeug, keine Eisenbahn oder so.

00:09:15: Aber es gab zu der Zeit eine unheimlich große Mobilitet und die sogenannte Perikrinazioakademiker viele junge Akademiker, wenn sie sich leisten konnten auf eine Bildungsreise.

00:09:28: Und sie fuhren halt dann von Deutschland aus an die maßgeblichen Universitäten der Zeit, die vor allen Dingen in Italien und den Frankreich gelegen haben, Beispielsweise Medizin, also auch Kunst und Kultur der klassischen Antike studiert, kamen mit dem Wissen der Zeit in Kontakt.

00:09:45: Und lernten dadurch natürlich auch moderne Formen – wir würden sagen von Wissenschaftskommunikationen kennen, die sie dann mit zurück nach Deutschland trachten?

00:09:52: Also Austausch auch damals schon ein ganz wichtiger

00:09:56: Faktor!

00:09:56: Aber wie sah denn damals Wissenschaft überhaupt aus, die Generierung und die Weitergabe von Wissen?

00:10:02: Ja, das ist halt das Spannende gerade an der Geschichte.

00:10:04: Also der Gründerpräsident, der also zum Studium nach Italien fährt, macht dann so eine Bildungsreise durch Italien und er kommt mit diesen neuen Ideen in Kontakt.

00:10:14: Wir haben ja vor uns gerade gesagt gehabt dass die Leopoldina die älteste ununterbrochen existierender Akademie der Welt ist.

00:10:20: aber die Betonung ist halt wichtig.

00:10:22: Älteste Ununterbrochenexistierende Akademie denn eigentlich gab es im seventehnten Jahrhundert schon in Italien so Vorbildakademien sich damit auseinander.

00:10:34: Und wenn man jetzt auf die Frage kommt, wie damals eigentlich die Verbreitung von Wissen allgemein aussah, dann müssen wir natürlich schon sagen dass das für die neuen Bedürfnisse da waren etwas diffizitär war.

00:10:45: also welche Möglichkeiten haben wir zum damaligen Zeitpunkt wissen zu verbreiten?

00:10:49: Also ohne Internet oder Konferenzen oder sowas?

00:10:53: Mir fallen drei Möglichkeiten ein.

00:10:55: auf der einen Seite.

00:10:57: Man kann den Buch schreiben, also man kann eine Monographie herausgeben.

00:11:00: das ist eine gute Möglichkeit.

00:11:02: gerade seit dem Buchdruck und seit der Durchsetzung des Buchdrucks hat es eine bestimmte Verbreitungsmöglichkeit.

00:11:07: aber sie müssen halt immer sehen so ein Buch erscheint einmal ja und dann ist das Wissen da irgendwie staunt fixiert.

00:11:13: Da könnte man sagen irgendwann können wir mal die zweite Auflage machen Aber dass natürlich extrem teuer und erst dazu kommt und ob es dazu kommt Das sind also Fragen die da eine Rolle.

00:11:23: Die zweite Möglichkeit ist, zwei Wissenschaftler können sich schreiben und ihre Ideen austauschen.

00:11:28: Aber man hört es schon, dann erfahren in der Regel nur zwei

00:11:30: davon.

00:11:32: Und die dritte Möglichkeit, die mir einfallen würde wäre halt zwei Wissenschaftler treffen sich und sprechen darüber was sie gerade denken und was sie rausgefunden haben.

00:11:40: aber wenn Sie das nie von einem großen Auditorium machen erfahren im schlimmsten Fall auch nur zwei.

00:11:44: also das ist so... Das sind die Möglichkeiten die es zu dem Zeitpunkt gegeben hat und die sind natürlich von der Reichweite sehr stark begrenzt Und dann darf man nie vergessen, dass demgegenüber ja eine gegenläufige Entwicklung stand.

00:11:59: Also wir können schon konstatieren das es im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert eine sehr starke Ausweitung des bekannten Wissens der Zeit gegeben hat.

00:12:11: Da passten die Möglichkeiten, die man zu dem Zeitpunkt hatte und sag mal, der Trend war nicht mehr zusammen.

00:12:19: Es brauchte was Neues!

00:12:25: In dieser Zeit fällt die Gründung der Akademie mit eben der Idee, wir wollen uns über Wissen austauschen.

00:12:32: Wir wollen Wissen weitergeben und den Wissensschatz endlich verbreitern.

00:12:37: Aber an wen richtet sich das denn?

00:12:39: Geht es hier nur um eine Fachwelt oder steckt da auch so ne Hoffnung drin auf einen Trickledown-Effekt, dass das in die Allgemeinheit diffundiert und dieses Wissen die Welt nach vorne bringt?

00:12:52: Also zunächst erst mal richtet sich die Idee an die Fachwelt.

00:12:56: Es gibt die sogenannte Epistola Invitatoria, das ist ein gedrucktes Einladungsschreiben des Gründerpräsidenten an auswärtige Mediziner zur Mitarbeit in der Akademie.

00:13:09: Darin werden die Intentionen der Gründer das Arbeitsprogramm, die Arbeitsmethoden erklärt und es wird Werbung dafür gemacht gemeinsam an der Idee zu arbeiten.

00:13:17: Aber wenn man natürlich das weiter denkt... Die Akademie gibt sich relativ schnell einen Wahlspruch den man so frei übersetzen kann zum Wohle der Menschheit zu wirken dann wird natürlich klar dass dahinter ein größeres Ziel steckt.

00:13:30: also das heißt in erster Linie richtet sich's an die Fachwelt.

00:13:35: Aber davon weiter ausstrahlend hatte man natürlich andere Ideen.

00:13:37: noch einen Blick.

00:13:38: Rund zwei Jahrhunderte vorher die Revolution durch die Erfindung des Wuchtdrucks, Sie haben es auch gerade schon angesprochen.

00:13:45: Das war dann in der Leopoldiner das Mittel der Wahl umwissen quasi zu veröffentlichen.

00:13:49: also was gab es da?

00:13:51: Naja, zunächst ist es so, dass man sich eigentlich – das kann ich vielleicht schon mal vorwegnehmen – auf einem Irrwerk befunden hat.

00:13:56: Denn man hat sich mit der Gründung ein Arbeitsprogramm gegeben.

00:13:59: Im Übrigen ist das auch ein spannender Unterschied zu diesen Vorbildakademieen, die sie in Details gegeben haben, weil die haben zunächst erstmal erkannt gehabt, man soll irgendwie zusammenarbeiten.

00:14:10: und der Schritt den die spätere Leopoldina dann bei ihrer Gründungen gemacht hat, ist, dass sie sich ein festes Programm gegeben hat.

00:14:16: Das eine andere Form von Verbindlichkeit, die da an einer Rolle spielt.

00:14:19: Aber zunächst dieses Arbeitsprogramm die Idee umfasste, dass man eine kann man schon sagen alle umfassende Enzyklopädie der Heilmittel erstellen wollte.

00:14:30: Also ja also wie eine gedruckte medizinische Wikipedia im siebzehnten Jahrhundert und da muss man schon sagt das es ein total überambitioniertes Programm gewesen ist denn zum damaligen Zeitpunkt waren mehrere tausend heilmittel bekannt gewesen Für den Mitglieder.

00:14:50: die Auflage bestand, dass jedes Mitglied pro Halbjahr das gesamte bekannte Wissen über ein Heilmittel zusammenfassen und zum Druck bringen soll.

00:15:00: Das ist viel oder?

00:15:01: Ja ich habe gesagt bei mehreren Tausend ist es ein wahnsinnig ambitioniertes Projekt und da kann man dann sehr schön sehen also dass man weder genügend Personal hatte also genügt Mitglieder noch und das finde auch sehr wichtig und entscheidet man hat auch die finanziellen Ressourcen nicht um diese gesamten Bände zum Druck zu bringen.

00:15:19: Dabei ist wichtig darauf einerseits zu verweisen, dass also Buchdruck im siebzehnten Jahrhundert mit viel höheren Kosten verbunden war als dies in der Gegenwart.

00:15:30: Und auf der anderen Seite ist es auch so, vielleicht kann man das an dieser Stelle auch nochmal betonen.

00:15:34: Die Leopoldina ist im Gegensatz zu anderen später gegründeten Akademien von Anfang an und das ist sie bis heute eine unabhängige Institution.

00:15:42: also die ist nicht auf Wunsch oder Willen eines Herrschafts gegrundet worden und von dem also auch finanziell alimentiert wurden.

00:15:48: Das heißt alles was sie gemacht hat musste sich selbstständig aus sicher herausfinanzieren und das war halt ein Problem bei diesem sehr ambitionierten Projekt.

00:15:58: Naja, und dann muss man mal schauen.

00:15:59: Also, sechzehn zweiundfünfzig gegründet ist dauert wirklich zehn Jahre bis sechszehntzweiundsechzig der erste Band erscheinen konnte.

00:16:06: Und das ist auch so eine schöne Geschichte denn bei diesen vielen tausend Heilmitteln Was ist den Gegenstand des allerersten Bandes?

00:16:15: Es ist der Weinstock.

00:16:16: Dann würde man eigentlich denken vielleicht irgendwelche Kräuter oder so.

00:16:18: aber nee es geht um den Wein.

00:16:19: okay

00:16:20: also das ist total faszinierend.

00:16:22: Man hätte so viele andere Dinge sich aussuchen

00:16:24: können.

00:16:24: ja

00:16:25: Haben Sie noch ein paar Mehrbeispiele, welche Heilmittel wurden dann da noch thematisiert?

00:16:29: Ja also man kann ungefähr sagen dass innerhalb dieser Konzeption so etwas über fünfzig Bänder erschienen sind.

00:16:35: Da merken wir auch die Reichweite.

00:16:36: Also wenn wir vor uns gesagt haben es gab mehrere tausend vielleicht über zehntausend bekannte Heilmittel und insgesamt ist man in der Lage fünfzig bände zu machen, dann merkt man wie gering diese Reichweiten war.

00:16:45: aber es finden sich ganz spannende Publikationen darunter die von unterschiedlicher wissenschaftliche Güte.

00:16:55: Man hat sich auseinandergesetzt beispielsweise mit der Frage, welche Heilwirkung die Schwarzwurzel hatte.

00:17:00: Wir finden Bücher über die Quitte, über das Opium... Es gibt zum Beispiel auch ein Band, der behandelt die Heilwirkung des Seilweiß.

00:17:09: und ich meine das Erste was Sie heutzutage machen wenn sie husten oder haben...

00:17:11: Mit Seil bei Gurgeln?

00:17:13: Oder sie holen sich Seil beim Wurzeln?

00:17:14: Ja klar

00:17:14: genau stimmt!

00:17:17: Sie haben es schon angedeutet ist blieb ja dann nicht bei diesen Büchern.

00:17:20: also warum nicht?

00:17:22: Was ist denn passiert?

00:17:23: Insgesamt muss man schon sagen, dass diese ganze Idee nicht ganz so modern gewesen ist.

00:17:28: Zunächst erst mal in Anführungsstrichen nur danach zu gucken was gibt es bereits für bekanntes Wissen das zusammenzufassen und daraus ein Buch zu machen?

00:17:37: Das war insgesamt sehr teuer und aufgrund der wenigen Mitglieder kann man auch wirklich noch sehr langsam voran.

00:17:42: und eigentlich muss man sagen, gescheitert war, also die Hälfte der Mitglieder, die man bis dahin zugewählt hatte.

00:17:51: Die war gestorben.

00:17:53: Neue konnte man nicht zur Mitarbeit motivieren oder gewinnen.

00:17:58: und da muss man schon sagen wenn jetzt an dieser Stelle in der Geschichte nichts Entscheidendes passiert dann würden wir wahrscheinlich heute gar nicht hier sitzen denn uns über die Geschichte der Leopoldina unterhalten, denn dann wäre sie so wie diese italienischen Akademien irgendwann auch mal aufgelöst worden.

00:18:16: Guter Cliffhänger, genau das ist jetzt zum Glück nicht passiert.

00:18:19: Wie hat man dann die Kurve gekriegt damals?

00:18:21: Also warum war eine Zeitschrift die Saving Grace sage ich mal?

00:18:25: Es brauchte also eine Innovation, eine neue Form wie man die Gründungsidee umsetzen konnte.

00:18:30: und hier kommt der damalige Stadtarzt von Breslau, Sachs von Löwenheim ins Spiel.

00:18:37: Löwenheim hatte sehr interessiert verfolgt, was die Royal Society also die acht Jahre nach der Leopoldina in London gegründete Akademie im Bereich des wissenschaftlichen Publizierens für Schritte unternommen hat.

00:18:48: Und er kam zu der Idee dass fortan die Mitglieder nicht mehr pro Halbjahr ein ganzes Buch sondern einen Aufsatz abliefern sollten und die Formen in der die eingesandten Aufsätze dann herauszugeben worden sind das war eben die der wissenschaftliche Zeitschrift.

00:19:05: Und da kann man schon sehen, nun war man viel flexibler.

00:19:08: Schneller entwickelten sich wissenschaftliche Diskussionen um Beiträge und das Ganze hatte eine ganz neue Aktualität gefunden.

00:19:15: Ja und sechzehn-siebzig war es dann soweit?

00:19:16: Da war sie dann da die erste medizinisch naturwissenschaftliche Zeitschrift der Welt!

00:19:22: Wie hieß denn das

00:19:22: Baby?!

00:19:23: Die Zeltschrift hat natürlich, also derzeitgemäß einen ganz wunderbaren Barockentitel.

00:19:28: Die hieß Miss Celanéa Curiosa Medico Physica Academia Naturae Curiosorum Sive ephemeridum medico fisicarum Germanicarum.

00:19:41: Was heißt das?

00:19:41: Also kurz gesagt könnte man auch sagen Miss Celanea Curiosa.

00:19:47: Also ganz nah übersetzt vermischte Kuriositäten, wobei man natürlich der Sprachgebrauch Rechnung stellen muss.

00:19:54: also im seventehnten Jahrhundert.

00:19:56: Verstand man unter Kuriosität etwas ganz anderes?

00:19:59: Ich würde es mal sehr frei übersetzen mit vermischten

00:20:01: Nachrichten.".

00:20:07: Beim Wortsheitschrifter denke ich halt an so ein dünnes Heftchen aus Papier viele bunte Bilder bisschen Text... Das, was wir uns heute am Kiosk holen.

00:20:15: Zeitschrift im siebzehnten Jahrhundert sah ja ein bisschen anders aus.

00:20:18: also wie sah die Auswachsstand da drin?

00:20:20: Gab es da auch Bilder?

00:20:22: Ja Sie haben natürlich vollkommen recht!

00:20:24: Also am Kio konnte man das nicht kaufen.

00:20:27: Es handelt sich letztendlich um einen Jahresband.

00:20:29: Man war bemüht, dass man jedes Jahr so einen Band herausgeben konnte von außen betrachtet also um ein Buch.

00:20:35: aber da der Band jährlich erschienen sprechen wir also von einer Zeitschaft von der wissenschaftlichen Zeitscript.

00:20:41: Was stand drin?

00:20:42: Das ist interessant, weil man bedient sich einer neuen Textform der sogenannten Observation ist.

00:20:47: Was man sehr gut mit Beobachtung wiedergeben kann.

00:20:50: Es sind also kurze Aufsätze in denen die Autoren Beobachungen neue Forschung wiedergegeben haben.

00:20:57: und ja es gab bereits im ersten Wand Illustrationen.

00:21:00: Also wir finden zwanzig Kupferstiche die Texte illustrieren sollten und extra dafür angefertigt wurden.

00:21:07: Und das war natürlich auch sowohl inhaltlich, aber auch finanziell eine besondere Herausforderung

00:21:12: gewesen.

00:21:12: Sehr aufwendig stelle ich mir das vor!

00:21:15: Was ich irre spannend finde.

00:21:16: schon in dieser ersten Ausgabe sind ja Eigenschaften angelegt, die wir bis heute sehen wenn es ums wissenschaftliche Publizieren geht.

00:21:23: also man denkt ja immer so achja, siebzehntes Jahrhundert ist ja ewig her.

00:21:27: Aber was wir da sehen hat dann doch einiges mit dem Heute zu tun?

00:21:31: Auf jeden Fall, es gibt eine ganze Reihe von Kriterien an denen man die Modernität festmachen kann und da kann man vielleicht jetzt nur die wichtigsten kurz nennen.

00:21:41: Also was schon mal ganz wesentlich war ist die Herausgabe durch eine Institution mit dem Ziel eine Verbreitung herbeizuführen, eine Kontinuität und eine Langfristigkeit zu gewährleisten.

00:21:52: Es geht aber auch um Fragen von Qualitätssicherung.

00:21:54: also bereits in den Leges, in den grundlegenden Statuten der Akademie steht drin dass das was publiziert werden soll soll von einem Fachkollegen begutachtet werden.

00:22:03: das was wir heute unter Peerreview verstehen.

00:22:07: es geht um Dinge das die Wissenschaft frei publizieren kann.

00:22:11: es geht also um Fragen der Zensurfreiheit.

00:22:13: Es geht aber auch um Dinge wie eine Wissenschaftssprache, die in der gesamten gelehrten Republik verstanden wird.

00:22:23: Hier bei uns ist das Lateinisches und unterscheidet übrigens unsere Zeitschrift von Projekten, die zur selben Zeit oder später begonnen wurden sind.

00:22:32: Die Philosophical Transactions in England werden in Englisch herausgegeben.

00:22:37: Das hat eine begrenztere Reichweite.

00:22:40: Es geht darum, eine Öffnung herbeizuführen für internationale Wissenschaftler jenseits der Akademiemitgliedschaft.

00:22:47: Und es geht also auch um sowas modernes wie die Fokussierung auf ein wissenschaftliches Spezialgebiet.

00:22:52: Also das hat sich ja letztendlich dann im Trend bis heute durchgesetzt, es gibt für ganz viele unterschiedliche Disziplinen spezialisierte Fachzeitschriften und hier hat man klar gesagt gehabt, man konzentriert sich vielleicht zunächst aber man konzentiert sich auf medizinisch naturwissenschaftliche Beiträge.

00:23:07: Wie hat man diese Zeitschrift dann in die Welt gebracht?

00:23:10: Wir hatten's gerade schon.

00:23:11: Heute gehe ich einfach zum Kiosk oder zum Zeitungsstand, aber das gab es damals noch nicht.

00:23:16: waren natürlich ganz andere gewesen.

00:23:19: Zunächst war es so, dass die Bänder an die Mitglieder verschickt wurden sind.

00:23:23: Darüber hinaus wurden sie aber auch mit Zähne an Fürsten gegeben und darüber fanden Sie natürlich Eingang in die Bibliotheken.

00:23:30: Und man machte noch was wie ich finde ungeheuer modernes denn man druckte von dem allerersten Band ein Werbeflyer.

00:23:39: Ach was, also das ist total spannend.

00:23:42: Der Werbeflyer ein ganz dünnes unscheinbares Heftchen von dem wir glücklicherweise auch noch ein Exemplar in unserem Bestand haben.

00:23:50: und da drin hat man einen ganz kurzen Abriss der Idee der Zeitschrift veröffentlicht und man hat drei Probetbeiträge wiedergegeben Und diesen Werbeflyer verschickte man dann an die Buchhändler, die sich vor allem in Frankfurt und der Leipzig zu den Messen getroffen haben.

00:24:05: Man hoffte halt über diesen Weg Bestellungen zu bekommen – also eine unheimlich moderne und spannende Geschichte.

00:24:12: Total so ein kleiner Appetizer wie es heute Trailer zu Kinoblockbustern gibt.

00:24:16: um die Leute zu locken gab's damals sozusagen diesen kleinen Werbe-Flyer für die erste Zeitschrift.

00:24:23: Warum ist diese Zeitschrift abgesehen von den Werbemaßnahmen?

00:24:25: Warum ist die so eine Erfolgsgeschichte?

00:24:27: Also warum sagen wir heute, dass mit dieser Zeitschaft das fortbestehende Akademie gesichert wurde.

00:24:33: Ja auf diese Frage gibt es nicht nur eine Antwort.

00:24:35: deswegen vielleicht mal zwei drei Aspekte die man rausgreifen kann.

00:24:39: also zunächst wurde die Akademie wieder interessant Und das kann man sehr schön an den Mitgliedszahlen zeigen, denn die gehen ganz deutlich nach oben.

00:24:48: Also wenn wir uns anschauen, dass es zwischen der Zeit von zwei Jahren inzwischen überredet werden konnte – so würde ich das mal sagen – zur Mitarbeit, dann ist es so, dass in den Jahren zwischen dem Jahr die Zeit von sechs Jahren zu zehn Jahre und sieben Jahre alt war.

00:25:05: Es waren schon hundertundzwanzig Personen.

00:25:08: Also in dem Zeitbereich dann nicht mehr nur deutsche Gelehrte, die Mitglieder geworden sind.

00:25:13: Wir finden in der Matrickel in den Jahren nach siebzig beispielsweise Gelehnte aus Padua, aus Amsterdam, aus Odense, aus Montpellier oder auch aus Venedig.

00:25:24: also neben der reinen Zahl, die ja mehr als das Dreifache widerspiegelt führte dies auch zu einer internationalen Wahrnehmung und damit auch zur Anerkennung zu einer Internationalen.

00:25:34: Ein besonderes Kapitel ist der Pariser Nachdruck von sechzehn zwei in siebzig.

00:25:39: Dieser Nachdruck wurde ohne Wissen oder Genehmigung der Akademie herauszugeben, aber spannend ist ja der Umstand dass da offensichtlich jemand bereit war einen in lateinischer Sprache von ein paar deutschen geschriebenes Buch auf eigene Kosten und eigenes unternehmerisches Risiko im übrigen auch inklusive der ganzen Kupferstiche herauszubringen Ja und was man also nicht vergessen darf, dass für die weitere Entwicklung der Akademie von besonderer Bedeutung ist.

00:26:07: Die Publikation in der ersten Zeitschrift war sowas wie Der Türöffner Für den Kontakt zum Kaiserhaus Was dann sechsten sieben Achtzig aber das erzählen wir In einer anderen podcastfolge zur Privilegierung durch kaiser leopold den Ersten führte.

00:26:19: Also es sind so unterschiedliche Dinge an denen Man Ganz klar zeigen Kann Das mit dieser Zeitschaft was Neues Passierte.

00:26:27: also ich spreche manchmal Von der zweiten gründungen der Akademie durch die Zeitschrift.

00:26:31: Ja, aber spricht ja auch alles quasi für die Besonderheit dieser Zeitschrift, die diese Zeitschaft damals hatte, was sie alles für Wirkungen hatte?

00:26:38: Wir machen einen Sprung ins Jetzt hier bei sechzehn-zweiundfünfzig dem Podcast der Nationalen Akademie der Wissenschaft und Leopoldina.

00:26:50: Welche Rolle spielt diese Zeutschrift heute Herr Weber?

00:26:54: Heute muss man das natürlich anders betrachten denn die Entwicklung ist ja seit Sechzehntsechzig nicht stehen geblieben.

00:26:59: Also das hatte ich vorhin schon mal versucht anzudehren.

00:27:01: In den letzten Jahrhunderten, in der Folge dessen haben sich natürlich viele tausende wissenschaftliche Zeitschriften gegründet und es hat eine ganz, ganz starke Ausdifferenzierung im Bereich des Wissenschaftlichen Publizierungs stattgefunden.

00:27:14: Und so ist auch in der Leopoldina bei uns nicht mehr die eine Zeitschaft, sondern es gibt ganz unterschiedliche Formate.

00:27:20: Ja, es gibt ja heute wirklich ganz viele Möglichkeiten Forschung zu publizieren, sich wissenschaftlich auszutauschen wissenschaftliche Erkenntnisse unters Volk zu bringen, Anführungsstrichen.

00:27:31: Es wäre ja auch irgendwie blöd gewesen wenn sich die Leopoldina auf dieser Erfolgsgeschichte aus dem siebzehn Jahrhundert ausgeruht hätte ne?

00:27:38: Ja das ist richtig und deswegen gibt es also bei uns also Initiativen neue Wege zu gehen und einfach neue Dinge auszuprobieren.

00:27:45: Also ein sehr gutes Beispiel dafür ist NL Live.

00:27:49: Das ist eine Online-Fachzeitschrift im Open Access wo die Artikel begutachtet werden und unter der Creative Commons-Lizenz von CCB four.null veröffentlicht werden, also die Autoren aber auch andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern können so in einem peer review Prozess durch Kommentare und Ergänzungen den ursprünglichen Aufsatzbeitrag weiter entwickeln.

00:28:16: die Dokumente spiegeln, also eine offene wissenschaftliche Diskussion wieder.

00:28:21: Das ist wenn man so möchte... Wenn wir gesagt haben dass also die Zeitschrift schon mal im Sinne der Aktualität ein totaler Sprung gewesen ist um was weiter zu entwickeln nämlich wir sind weggekommen davon das vielleicht alle fünf sechs Jahre meine neue Monographie herauskommt dann ist natürlich die Möglichkeit jetzt nochmal verstärkt sich mit den heutigen technischen Methoden bedienen zu können.

00:28:42: und auch noch einmal in einer Weiterentwicklung.

00:28:44: und was man daran sehr zeigen kann, ist durch diese Zusammenarbeit hat man halt die Möglichkeit gemeinsam an den wissenschaftlichen Texten zu arbeiten.

00:28:53: Vorher ist er immer so gewissen, einer hat einen Text geschrieben der andere dazu eine Erwiderung oder so und so hat man also durch diese ständige Aktualisierung also eine Informationsgrundlage zum jeweiligen Thema was man anbieten kann.

00:29:06: Also kann man, glaube ich auch gar nicht genug betonen wie wichtig das ist.

00:29:09: Dass eben nicht Wissenschaftliches publizieren heißt da wird ein Buch auf den Markt geschmissen und fertig sondern dass es wirklich ein Prozess ist weil ja auch Forschung und wissenschaftliche Erkenntnisse die hören ja nicht an irgendeinem Punkt auf.

00:29:21: so das war's jetzt.

00:29:22: mehr gibt's nicht zu entdecken und zu sagen Wir reden hier darüber wir versuchen natürlich auch möglichst anschaulich zu beschreiben.

00:29:30: aber Kann Ich mir all das worüber wir hier sprechen heute eben zum Beispiel Die Zeitschrift die Bücher aus dem siebzehnten Jahrhundert?

00:29:37: Kann ich mir all das auch in echt angucken?

00:29:39: Ja, da gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.

00:29:41: Sie können natürlich also zu uns in den Lesesaal kommen und können selber forschen.

00:29:45: Wir legen Ihnen die ganzen Dinge vor wenn sie sich vorher bestellt haben.

00:29:50: aber ich kann Ihnen natürlich auch empfehlen mal zur Erführung im Archiv und Bibliothek vorbeizukommen

00:29:54: Und das kann ich auch nur wärmstens empfehlen.

00:29:56: Das ist wahnsinnig spannend und beeindruckend!

00:29:58: Ich hatte Herr Weber, als wir uns erst mal getroffen haben und Sie eben so ein paar Objekte gezeigt haben, richtig so'n Gefühl von Ehrfurcht.

00:30:05: So wow also das hier wirklich gerade ein Stück Wissenschaftsgeschichte.

00:30:08: Also das sei wärmestens empfohlen.

00:30:10: leopoldiner.org da finden sie alle wichtigen Infos.

00:30:14: Wir sind tatsächlich am Ende unserer allerallerersten Podcastfolge angekommen.

00:30:18: oder ist was liegen geblieben?

00:30:20: Vielleicht noch der Hinweis, dass natürlich die erste Zeitschrift auch digital zugänglich ist.

00:30:26: Man kann vor einem möglichen Besuch bereits darin blättern... Aber ein Digitalisat ist eben doch nur eine Kopie.

00:30:33: Also aus meiner Perspektive wird ein Digitalisan immer das Original ergänzen können, es wird nie die Aura oder die Authentizität eines Originals erreichen und deswegen würde ich immer sagen kommen Sie vorbei und besuchen uns!

00:30:46: Auf jeden Fall ja.

00:30:48: und was kommt nach Folge eins?

00:30:49: Nach Folge eins kommt Folge zwei.

00:30:51: Herr Weber vielleicht können sie schon mal so einen mini kleinen Ausblick geben ohne zu viel zu verraten.

00:30:56: Was werden wir uns da anschauen?

00:30:57: Wir schauen uns faszinierende gelehrten Porträts aus über drei Jahrhunderten an.

00:31:02: Das klingt nach einer Menge, ich freue mich auf jeden Fall drauf.

00:31:05: Sie finden uns auf allen gängigen Podcast-Plattformen mit der nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina.

00:31:13: Vielleicht haben sie ja auch Fragen oder sagen hey über dieses oder jenes Geheimnis der Archive.

00:31:18: da würde ich gern mehr darüber wissen.

00:31:20: dann schreiben sie uns gerne eine E-Mail.

00:31:26: Mein Name ist Daniela Schmidt.

00:31:27: Danke an unseren Experten den Leiter der Abteilung Forschungsbibliothek und Wissenschaftsreflexion der Leopoldiner, Dr.

00:31:34: Danny Weber und

00:31:50: Tschüss!

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